Milena Müller

Schon während der Schulzeit engagierte sich Milena Müller für andere und übernahm Verantwortung. Heute studiert die 20-Jährige BWL an der LMU, begleitet ein Grundschulkind als Mentorin und setzt sich für den Austausch unter Studierenden ein. Das Deutschlandstipendium entlastet sie finanziell und erfüllt zugleich ihren Wunsch, mit anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten in Austausch zu kommen.

Milena Müller hat früh gelernt, sich in unterschiedlichen Umgebungen zurechtzufinden. Geboren wurde sie in Shanghai, aufgewachsen ist die heute 20-Jährige in Baden-Württemberg. Aktuell studiert sie BWL an der LMU und engagiert sich trotzdem zusätzlich an ganz unterschiedlichen Stellen. Dabei geht es ihr vor allem um ein Thema: Menschen miteinander zu verbinden und anderen etwas weiterzugeben.

Ihr Vater arbeitete viele Jahre für Bosch und war dadurch häufig im Ausland tätig, unter anderem fünf Jahre in China. Ihre Mutter begleitete ihn. Daher besuchte Milena in Shanghai eine internationale Vorschule. Kurz vor ihrem fünften Geburtstag zog die Familie zurück nach Deutschland, in die Heimatstadt ihrer Eltern: Murrhardt. Dort ging sie zur Schule und machte ihr Abitur.

Bereits während der Schulzeit engagierte sich Müller in der Schülermitverwaltung. Sie organisierte unter anderem eine Handy-Recycling-Aktion, Valentinstagsevents, Projekttage und Schulfeste. Gleichzeitig begann sie mit 17 Jahren neben der Schule in einer Bäckerei zu arbeiten. „Aus dieser Tätigkeit nehme ich vor allem den Kontakt mit den Menschen mit“, sagt die 20-Jährige.

Durch ihre Kindheitserfahrungen interessierte sie sich schon früh für internationale Beziehungen und Wirtschaft. Für ihr BWL-Studium entschied sich Müller schließlich für die LMU. Ausschlaggebend waren für sie die gute akademische Ausbildung, die vielen internationalen Kontakte und die Möglichkeiten, die München als Wirtschaftsstandort bietet.

Schon während der Schulzeit übernimmt sie Verantwortung

© jan greune

Später lernte die BWL-Studentin andere Seiten der Arbeitswelt kennen. Nach ihrem zweiten Semester absolvierte sie Praktika bei RAW Partner und Deloitte, beides Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. „Diese beruflichen Erfahrungen haben mir geholfen, tiefere Einblicke in die Arbeitswelt zu gewinnen, meine bisher rein akademische Perspektive zu erweitern und selbst mitzuwirken“, erklärt Müller. Dabei konnte sie auch das an der LMU erworbene Wissen in der Praxis anwenden. Besonders geprägt hat sie dabei – einmal mehr – der Austausch mit unterschiedlichen Menschen.

Neben Studium und Beruf ist ihr vor allem eines wichtig: sich für andere einzusetzen. Als Mentorin im Münchner Kindl Stipendium begleitet Müller ein Grundschulkind langfristig in seiner schulischen und persönlichen Entwicklung. Dabei geht es nicht nur ums Lernen. Zu dem Programm gehören auch gemeinsame Bildungs- und Freizeitaktivitäten. Die Mentorinnen und Mentoren sollen die Kinder dabei unterstützen, Motivation, Selbstvertrauen und Lernfreude zu entwickeln.

Auch in der Münchner Hochschulgruppe des Bundesverbands deutscher Betriebs- und Volksökonomen bringt sich die Studentin ein. Als Vorstandsmitglied und Leiterin des Bereichs Projekte organisiert sie Workshops und Exkursionen, vermittelt Kontakte zwischen Studierenden und Unternehmen und organisiert soziale Veranstaltungen. Ihr geht es dabei nicht nur um berufliche Orientierung. Sie möchte auch den Austausch und die Gemeinschaft unter den Studierenden stärken.

„Ein Ansprechpartner oder ein Netzwerk kann viel bewirken“

Warum ihr dieses Engagement wichtig ist, erklärt Müller aus den eigenen Erfahrungen: „Durch meine verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeiten habe ich gemerkt, wie wertvoll Unterstützung für jeden sein kann – egal ob Kind, Schüler oder Student.“ Ein Ansprechpartner oder ein Netzwerk aus Menschen mit ähnlichen Interessen könne viel bewirken. „Diese Erfahrung gibt mir persönlich Kraft, denn so kann jeder etwas beitragen.“ Für die BWL-Studentin ist das ein Grundstein von Gemeinschaft.

Inzwischen übernimmt sie auch an der LMU Verantwortung für andere Studierende. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Kurses „Internes Rechnungswesen“ wurde die 20-Jährige aufgrund ihrer Leistungen als Übungsleiterin ausgewählt. Im letzten Semester hat sie Studierende bei der Vertiefung der Inhalte unterstützt und ihnen geholfen, komplexe fachliche Zusammenhänge zu verstehen.

Das Deutschlandstipendium gibt Müller dafür zusätzlichen Spielraum. Besonders dankbar ist die Stipendiatin neben der finanziellen Förderung für die ideelle Unterstützung und die Möglichkeit, auch hier wieder mit unterschiedlichen Menschen in Kontakt zu kommen. „Diese Vernetzung bietet die Chance, neue Kontakte zu knüpfen, wertvolle Ratschläge zu erhalten und teilweise auch Freundschaften zu schließen“, erklärt sie.

Master in Strategischem Management und Artificial Intelligence

© jan greune

Nach ihrem Bachelor möchte Müller einen Master in Strategischem Management und Artificial Intelligence machen. Anschließend möchte sie in die Unternehmensberatung. Erste Einblicke in das Berufsfeld erhält die Studentin bereits durch ihre Teilnahme an dem Förderprogramm „Future Shapers Class of 2026“ der Unternehmensberatung BCG. Dieses vermittelt Studierenden Kenntnisse über das Unternehmen und die Arbeit als Beraterin.

Für Müller ist klar: Unterstützung kann viel bewirken. Und sie beginnt damit, dass sich jemand Zeit dafür nimmt.

Wonach suchen Sie?